Déjà-vu!

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Jeder hatte schon mal eines, oder kennt auf jeden Fall den Begriff. Déjà-vu.
Natürlich: Ist Französisch, und bedeutet soviel wie: schon mal gesehen. Manchmal schleicht sich so ein unheimliches Gefühl ein, fast wie eine Illusion, man habe eine Szene, die man gerade erlebt, schon mal erlebt oder gesehen. Doch was steckt denn genau hinter diesem psychologischem Phänomen?
Der Begriff selbst stammt von Emile Boirac (1851-1917), der sehr an übersinnlichen Phänomenen interessiert war. Er setzte unseren Blick damit auf die Vergangenheit, obwohl die Einzigartigkeit des Déjà-vu aus der Gegenwart stammt, bzw. das merkwürdige Gefühl dabei.
Immer mal wieder haben wir Erlebnisse, die dem Déjà-vu im Grunde ja ähneln: Wir fragen uns bei einem Buch: hab ich das schon gelesen? Bei einem Film: habe ich diese Folge nicht schon gesehen? Oder bei einem Ort: war ich nicht schon mal hier? Und doch wissen wir es ist kein Déjà-vu. Das unheimliche Gefühl ist nicht da, nur ein wenig Verwirrung vielleicht. Doch beim Déjà-vu ist es seltsamer. Und es ist wohl nicht seltsam, wenn man ein Buch zufällig zweimal liest, nach vielen anderen, die man zuvor gelesen hat. Und beim Déjà-vu merkt man deutlich: Diese Erinnerung passt hier nicht rein, sie steht in keinem Zusammenhang. Wir haben nicht das Gefühl, man sollte die momentane Wahrnehmung kennen.
 Natürlich wurde an diesem speziellen Phänomen eine Menge herumgeforscht, aber eine Erklärung gibt es nicht, und diese wird es vielleicht auch nie geben. Die verbreitesten Vermutungen wären diese:
  • Déjä-vus treten auf, wenn man sich an ein verdrängtes, aber tatsächlich erlebtes Ereignis erinnert, welches aber nicht bewusst registriert wurde.
  • Etwas, was man zuvor einmal geträumt, also wie „vorhergesehen“ hatte
  • Pars-pro-toto-Prinzip: Übereinstimmung aktueller und früherer Situationsmerkmale. Eine vertraute Situation enthält ein bestimmtes Situationsmerkmal (Geruch, Geräusch, Bild), dass man wiederkennt. Dieses Wiedererkennen wird dann vom Gehirn auf die ganze Situation übertragen.
  • Man ist in einer Situation, die einem schon mal ähnlich widerfahren wird, es geschieht eine Art Fehler im Gehirn, man glaubt, man sei in der selben „Szene“, dabei ist sie doch nur ähnlich. Man achtet nicht auf Details.
  • versehentliche Zuordnung an eine Erinnerung, obwohl die Erfahrung erst neu aufgenommen wird

Doch es gibt so viele Möglichkeiten, dass sie schliesslich doch alle in die Irre führen. Ist nicht das Gefühl auch wichtig? Dieses Gefühl könnte von einer Gehirnaktivität, also neurochemischen Faktoren während der Wahrnehmung, hervorgerufen werden, die nichts mit Erinnerung zu tun haben. Man hat mit Sicherheit herausgefunden, dass Déjà-vu-Gefühle bei Patienten der Psychiatrie häufig sind. Das déjà-vu-Gefühl tritt auch oft kurz vor epileptischen Anfällen der Schläfenlappen auf. Aber andere Tests ergaben auch, dass man nach stressiger Zeit viele Déjà-vus bekommen könnte.

Der berühmte kanadische Neurochirurg Wilder Penfield führte 1955 ein berühmtes Experiment durch:          Er stimulierte die Schläfenlappen elektrisch, und fand heraus, dass etwa 8% seiner Testpersonen „Erinnerungen“ durchlebten. Déjà-vus? Nicht sicher.Er lieferte keine Belege für die Behauptung, dass er echte Erinnerungen hervorgerufen habe. Sie könnten genauso gut Halluzinationen und die ersten Beispiele von künstlich erzeugtem Déjà vu sein.

Was sehr selten vorkommt, es jedoch gibt: Dauer-Déjà-vu! Ein interessanter Artikel erzählt mehr darüber.

Man kann sich zu diesem Thema viele Gedanken machen. Aber es wirft auch noch viele Fragen auf:

Warum haben wir Déjà-vus? Haben manche Menschen mehr als andere? Hängt das mit dem IQ eines Menschen zusammen, oder vielleicht, wie viel er schon gesehen, gehört, gerochen..hat?

Wisst ihr was, lest doch mal ein paar der LINKS zum Déjà-vu und der bisherigen Forschung und sagt mir dann: Was haltet ihr von dem Thema, und was denkt ihr ist verantwortlich für das Déjà-vu? Welcher Theorie stimmt ihr zu?

Freue mich auf eure Antworten

Bis bald, eure Anna (:

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Eine Antwort »

  1. Super Post!!

    Ich bin wie verfolgt von Déjà-Vus. Allmählich werde ich noch paranoid! Aber mit der Zeit gewöhne ich mich daran und vegleiche immer die Wirklichkeit mit dem Déjà-Vu. Ich versuche dann, wie im Film dieses „CUT!“ zu finden – bis da war es, und jetzt ist e vorbei. Oder doch nicht?
    Es verwirrt mich, dieses heimtückische Fiese…

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